„Die Zukunftsmaschine“

Wir reisen mit Hilfe der „Zukunftsmaschine“ in eine mögliche Zukunft, in der künstliche Intelligenz bei der Ermittlung der Einwilligungsfähigkeit von Patient*innen eingesetzt wird. In einem Kreis aus Menschen – mit und ohne Expertenwissen – diskutieren wir verschiedene Perspektiven, Zusammenhänge und Folgen dieses Szenarios.

 

Es geht uns alle an

Wir alle sind irgendwann in unserem Leben Patient*innen. Eine medizinische Behandlung erfolgt aber nur, wenn wir der Behandlung zustimmen. Dies ist Teil unseres Rechts als Patient*in. Zur wirksamen Einwilligung gehört, dass wir einwilligungsfähig sind. Tauchen Zweifel an unserer Einwilligungsfähigkeit auf, prüft der*die behandelnde Mediziner*in, ob wir entgegen der Grundannahme (Einwilligungsfähigkeit besteht), tatsächlich einwilligungsfähig sind.

Fehlende Einwilligungsfähigkeit und begrenzte Entscheidungsfähigkeit sind ernstzunehmende Probleme:

  • Schätzungen zufolge sind etwa ein Drittel älterer und psychiatrischer Patient*innen nicht einwilligungsfähig. 1)
  • Laut einer Studie erkannten Ärzt*innen nur bei 42% der Patient*innen die fehlende Einwilligungsfähigkeit. 2)

Vor dem Hintergrund einer raschen Entwicklung der Leistungsfähigkeit Künstlicher Intelligenz ist ihr Einsatz zur Ermittlung der Einwilligungsfähigkeit nicht mehr Science Fiction – dieses Szenario rückt in die Nähe des Machbaren.

OTH

Es ist unsere Zukunft

Der gesellschaftliche Diskurs findet bei neuen Technologien bisher meist erst dann statt, wenn sie bereits in der Breite angewendet werden und die Gesellschaft mit den Folgewirkungen lebt. Das birgt viele Nachteile, z.B., dass wir als Gesellschaft nicht aktiv und bewusst reflektieren und entscheiden, wohin sich unser Zusammenleben, unsere Wirtschaft und unsere medizinische Versorgung entwickeln sollen. Was fehlt, ist eine Vision davon, wie wir in Zukunft – mit den Möglichkeiten der Technologie – leben wollen. Mit dem Format „Zukunftsmaschine“ wollen wir einen kleinen Beitrag dazu leisten, Menschen für das Thema zu interessieren und den gesellschaftlichen Diskurs über den Einsatz von KI in der Medizin anzuregen.

Das Format - Live-Diskussion am 21.5. um 18 Uhr

Die „Zukunftsmaschine“ ist ein Dialogformat in der Art einer Fish-Bowl-Diskussion, in dem Expert*innen und Lai*innen gleichermaßen zu Wort kommen. Eine Auswahl aus Expert*innen verschiedener Fachrichtungen, ein*eine Lai*in und ein*e Moderator*in sind vorab gesetzt. Auch Zuschauer*innen haben die Möglichkeit, in die Diskussion einzusteigen und eigene Standpunkte, Erfahrungen und Fragen einzubringen. Eine Umfrage unter den Zuschauer*innen schließt das Format ab.

Die Diskussion findet am Freitag, den 21.5., 18 - 19 Uhr auf der re:publica-Eventplattform statt. Mehr Infos

Über uns

Wir sind SMART/AI–AUTONOMY, ein Forschungsteam, das sich aus Expert*innen unterschiedlicher Disziplinen zusammensetzt und von der Volkswagen-Stiftung gefördert wird. Beteiligt sind die wissenschaftlichen Disziplinen Medizinethik (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), Recht (Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt) sowie Informatik und Sozialwissenschaften/Technikfolgenabschätzung (beide Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg). Mit unseren unterschiedlichen Blickweisen analysieren wir den Themenkomplex und die vielfältigen Zusammenhänge möglichst vollumfänglich.

Erfahre mehr über unser Projekt unter www.ai-and-autonomy.com.

Quellen:
1) Lamanna, C., & Byrne, L. (2018). Should artificial intelligence augment medical decisionmaking? The case for an autonomy algorithm. AMA Journal of Ethics 20(9), E902-E910. https://doi.org/10.1001/amajethics.2018.902
2) Sessums, L.L., Zembrzuska, H., & Jackson, J.L. (2011). Does this patient have medical decisionmaking capacity? JAMA 306(4), 420-427. https://doi.org/10.1001/jama.2011.1023
 

Projektpartner:

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Gefördert durch:

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